Verkehrsunfallschäden – was müssen Sie beim Versicherungsfall beachten

Crash im Straßenverkehr, die Polizei ermittelt und die Daten sind erhoben – was tun, wenn Sie selbst den Unfall verursacht haben? Melden Sie den Unfall bei Ihrer eigenen Versicherung! Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob Polizei und Staatsanwaltschaft im konkreten Fall ermitteln – Sie stehen in der Meldepflicht bei Ihrer Versicherung. Verpassen Sie die umgehende Meldung kann Ihr Versicherungsschutz unter Umständen entfallen.

Schaden umgehend melden – Schadenanzeigeblatt von Versicherer exakt ausfüllen

Die Prozedur ist dabei beinahe bei jeder Versicherung gleich. Sie müssen das Schadenstelefon anrufen und sich mit der Versicherungsnummer und einer kurzen Schilderung des Sachverhaltes melden. Danach sendet Ihnen Ihre Versicherung per E-Mail oder Post ein Schadensanzeige-Formular zu. Exakt ausfüllen unter Zuhilfenahme von Fotos und Unfallbeschreibung aus dem Polizeibericht. Wenn Sie hier wissentlich Informationen zurückhalten oder gar falsche Daten eintragen, erlischt in den meisten Fällen umgehend Ihr Versicherungsschutz.

LAW-APOYNT-TIPP: Am Unfallort keine Schuldeingeständnisse oder Schadenserklärungen abgeben. Einfach nur Personalien und die Daten der eigenen Versicherung weitergeben – mehr nicht!

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Deutsche sind vielfach versichert – welche Versicherung zahlt beim Verkehrsunfall?

Bei einem Verkehrsunfall zahlt die Versicherung, welche die Risiken der Bewegung im Straßenverkehr absichern soll und das ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Durch die Verpflichtung per Gesetz muss in Deutschland jeder Motorrad-, Auto- bzw. Lastenwageninhaber eine solche Haftpflichtversicherung abschließen – ansonsten wäre der Betrieb des Fahrzeuges untersagt.

Welcher Schaden von der Versicherung ausgeglichen wird, hängt von der individuellen Ausgestaltung ab:

  • Kfz-Haftpflicht
  • Kfz-Haftpflicht mit Teilkaskoversicherung
  • Kfz-Haftpflicht mit Vollkaskoversicherung

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Wofür zahlt Ihre Kfz-Haftpflicht?

Als gesetzliche Pflicht springt die KfZ-Haftpflicht für alles ein, das als Schaden durch den Gebrauch eines Fahrzeugs entstehen kann. Das bedeutet, dass die Haftpflicht für Personenschäden und Sachbeschädigungen eintritt. Da es hierbei nur auf die Verletzung an sich, aber nicht auf eine schuldhafte Handlung des Versicherten ankommt, spricht der Fachmann von einer Gefährdungshaftung. Der Gesetzgeber hat dies so statuiert, da von einem KfZ im Verhältnis zu einem Fußgänger eine deutlich größere potentielle Gefahr ausgeht und die Verletzungen eklatanter sein würden.

Schäden an fremden Sachen: Ja – am eigenen Auto: Nein!

Diese Schutzfunktion übernimmt der Versicherer aber nur gegenüber dem Unfallgegner – das eigene KfZ unterfällt nicht der Haftpflicht. Das bedeutet, dass Sie ohne eine zusätzliche Kaskoversicherung im Schadensfall auf den Kosten sitzen bleiben.

Ausnahme natürlich: Sie sind völlig unschuldig am Unfallgeschehen. Dann bekommen Sie die Schäden ganz oder teilweise von der gegnerischen Versicherung erstattet. 

LAW-APOYNT-TIPP: Wenn Sie am Unfallgeschehen keine Schuld tragen, haben Sie viele Ansprüche gegen den Unfallgegner und dessen Versicherung. Viele Versicherungen zahlen aber nicht freiwillig alle Schäden. Lassen Sie sich nichts entgehen. Gehen Sie auf Augenhöhe mit der Versicherung und beauftragen Sie einen Rechtsanwalt mit der Schadensabwicklung für Sie. Für Geschädigte ist dies grundsätzlich kostenfrei, da die Kosten des Anwalts von der gegnerischen Versicherung bezahlt werden. Wir prüfen gern Ihre Ansprüche!

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Teilkasko & Vollkasko – teilweise oder ganz sicher?

Aus Kostengründen wählen viele Autobesitzer nach einiger Zeit den Teilkaskoschutz, denn die Versicherungssummen sind deutlich geringer als bei einer Vollkaskoversicherung. Sie sollten aber genau prüfen, ob dies für Sie passend ist. 

Mit der Teilkasko werden verschiedene Lücken bezüglich der Schäden am eigenen Auto gefüllt:

  • Schäden durch Brand oder Explosion
  • Diebstahl oder Raub
  • Wetterbedingte Schäden (Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzschlag)
  • Glasbruch
  • Wildunfälle (Reh, Hirsch, Wildschwein, Fuchs)

Exkurs: Ein Problem im urbanen Raum wird teilweise von einigen Versicherung mitgesichert, von anderen nicht: ein Marderbiss. Im engeren Sinn handelt es sich nicht um einen Unfall mit Wild sondern „nur“ um dessen Hunger und Zerstörungsfreude. 

Auf jeden Fall nicht versichert sind Schäden am Fahrzeug, die durch den Fahrer, Inhaber oder Beifahrer verursacht wurden. Auch Vandalismus fällt nicht unter die Versicherungspflicht der Teilkaskoversicherung

Vollkasko – Versicherung für alles

Die Vollkaskoversicherung ist quasi das Nonplusultra. Es umfasst neben sämtlichen Leistungen der Teilkasko auch Schäden am Fahrzeug, die durch den Fahrer, Beifahrer oder Inhaber selbst verursacht wurden oder die durch Vandalismus entstanden sind. Normalerweise regeln sich die entstehenden Regressverpflichtungen der Versicherer auch nach dem Alter des Fahrzeuges. So wird bei guten Versicherungen für Neuwagen im ersten Jahr der Neuwert für die Wiederbeschaffung angesetzt, obwohl die Versicherung normalerweise den Zeitwert (Wiederbeschaffungswert) anlegt.

Aber auch bei einem Unfall mit eigener Teilschuld kann die Vollkaskoversicherung enorm helfen. Oft bekommen Geschädigte durch eine Kombination von eigener Vollkaskoversicherung und Haftpflichtversicherung des Unfallgegners den kompletten Schaden auch bei Teilschuld bezahlt. Wir erklären Ihnen gerne, wie das funktioniert.


Versicherungsschutz weg – Kein Grund NICHT zu kämpfen

Welche Gründe eine Versicherung zur Aberkennung des Versicherungsschutzes oder zur Deckelung der auszuzahlenden Summen anführt, regelt quasi jeder Anbieter im konkreten Vertrag anders.

Eines gilt faktisch für jeden Vertrag: Zahlen Sie Ihren Beitrag nicht oder nicht regelmäßig, fällt ein Versicherungsschutz oftmals sofort aus. Bei bestimmten technischen und persönlichen Gegebenheit kann eine Zahlungspflicht durch die Versicherung zumindest fraglich sein:

  • Fahrzeug hat keinen gültigen TÜV
  • Schäden durch Tanken des falschen Treibstoffs
  • Fahren unter Alkoholeinfluss
  • Telefonieren während der Autofahrt (ohne Freisprechanlage)

Eine genaue Prüfung Ihres Versicherungsvertrages wäre für eine exakte Aussage sehr hilfreich! Hier können unsere Spezialisten helfend eingreifen. Mit hervorragendem Wissen im Bereich Versicherungsrecht beraten Sie unsere Fachanwälte persönlich und prüfen in einer weiterführenden Betreuung gegebenenfalls Ihren individuellen Versicherungsvertrag und geben Handlungsempfehlung für das weitere Vorgehen. Kontaktieren Sie uns einfach und schnell & erhalten Sie kompetente Unterstützung im Schadensfall.

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