Startup Markenanmeldung – Notwendigkeit oder Luxus?

Ausgangslage: Ihr Startup befindet sich in der Gründungsphase. Sie haben eine herausragende Geschäftsidee, Erfindung oder eine innovative Lösung für ein Problem bei Endverbraucher oder Industrie. Der Businessplan ist aufgestellt, die Finanzierung soweit geklärt und die Gewerbeanmeldung schon in trockenen Tüchern. Und nun bekommen Sie einen gut gemeinten Rat: „Denk an den Schutz Deines Unternehmens!“

Die meisten denken hierbei an Kreditsicherheiten, Bürosicherung oder Anti-Virensoftware. Doch der Schutz setzt auch bei Ihrem eigenen Unternehmensnamen, dem Logo sowie den einzelnen Produktbezeichnungen an! Hier entsteht jedoch ein gewisses Dilemma. Zum einen kostet eine Absicherung der eigenen Marke – neben Geld auch Zeit, Recherchearbeit und Kommunikationsaufwand. Zum anderen benötigen Sie den Markenschutz ja überhaupt nicht – denn es gibt noch keine erfolgreiche Marke. Aber ist diese Sichtweise wirklich richtig oder schädigt Sie Ihr Unternehmen nicht von Anfang an tiefgreifend?

„Später sichern“ – eine schlechte Einstellung

Dieser Frage kann von verschiedenen Seiten begegnet werden. Beginnen wir mit dem Gedanken, dass eine Markensicherung nicht jetzt nötig ist, sondern auch später nachgeholt werden kann. Als Ziel jeder wirtschaftlichen Unternehmung gilt der Erfolg, egal ob dieser in finanzieller Hinsicht vorliegt, in marktbeherrschender Position oder Bekanntheit.

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Es kostet, unabhängig von der Branche, viel Zeit, Aufwand und einigen Grips, um das eigene Unternehmen bekannt werden zu lassen, große Aufträge zu generieren und diese entsprechend zu vermarkten.

Hier ist jedoch exakt der Punkt erreicht, an dem Sie Ihre neu erfundene oder stetig entwickelte Marke schützen müssen. Durch die langwierigen Abläufe könnte aber in der Zwischenzeit irgendjemand anderes den Markenschutz beantragt haben. Denn wer durch Erfolg Aufmerksamkeit erzeugt, sollte sich vor Trittbrettfahrern in Acht nehmen. Ihr Nachteil: Es gilt der Grundsatz „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Es ist dann ein sehr lange dauernder und nicht garantiert erfolgreicher Weg zur Rechtssicherung zu beschreiten.

LAW APOYNT TIPP: Sichern Sie die Marken auch von geplanten Dienstleistungen oder Produkten vorher ab. Die Markensicherung bedarf nicht des zwingenden Angebotes des jeweiligen Erzeugnisses. Der Schutz beginnt jedoch mit Eintragung und ist dann für 5 Jahre sicher!

Markennamen rechtlich prüfen, stärkt Marketingstrategie

Der Markenname besteht heute üblicherweise aus einer Wort-Bild-Kombination. Das bedeutet, dass neben dem eigentlichen Namen auch das Unternehmenslogo eine eigene Markenqualität hat. Schon über den bloßen Umriss des Logos lassen sich einige Weltmarken erkennen, wie etwa der angebissene Apfel von Apple oder das Facebook-F. Gerade durch diesen Impact steht es schon im absoluten Kerninteresse des Startup das eigene Markenzeichen genauer zu prüfen. Existieren gleiche oder ähnliche Logos schon, schlimmstenfalls in der eigenen Branche, sollte eine Umorientierung angestrebt werden.

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Eine Markenrecherche kann also auch in den marketingstrategischen Erwägungen einen wichtigen Pfeiler bilden, da schon früh eine Sackgasse vermieden werden kann. Existieren jedoch wenig oder bestenfalls gar keine vergleichbaren Bildmarken, sollte dagegen der Schutz und auch später die Nutzung weitest möglich ausgedehnt werden. Mit einer Markenanmeldung erschlagen Sie sinnbildlich noch eine weitere Fliege! Vor der endgültigen Registrierung der Marke in den entsprechenden Registern wird Ihre Anmeldung veröffentlicht.

Andere Markeninhaber haben so die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Verstreicht die Zeit ohne einen Widerspruch können Sie von einer späteren kollisionsfreien Nutzung ausgehen. Etablierte Unternehmen kontrollieren normalerweise in regelmäßigen Abständen Ihr eigenes Markenzeichen – und Sie als Startup laufen dadurch deutlich weniger in die Gefahr, Geld und Zeit in die Markenbildung zu stecken, dann aber in ein Verfahren mit einem älteren Rechtsinhaber treten zu müssen.

Sicherungskosten überschaubar – Kollisionsrecherche entscheidend

Nachdem nun klar sein müsste, dass die Sicherung der eigenen Unternehmensmarken ein effizientes und notwendiges Schutzmittel gegen schädigende Eingriffe von außen darstellt, bleibt immer noch das Argument des Kostenfaktors. Jedoch scheint hier ein enormes Informationsdefizit zu herrschen. Die einfache Markenanmeldung für vier Waren- oder Dienstleistungsklassen übersteigt nicht die 500 Euro Marke bei den Gebühren.

Eine Kollisionsprüfung gibt es bei den Onlineangeboten schon ab 150 Euro, auch wenn diese sich dann meistens auf eine grobe Internetrecherche und die Durchsuchung des Markenregisters beschränken. Sollten Sie eine gesichertere Rechtsposition anstreben, empfehlen wir eine Prüfung inklusive einer Risikoanalyse und einer Empfehlung der individuellen Schutzklassen. Schutzklassen im Sinne des Markenrechtes bezeichnen einzelne Einsatzgebiete, für welche Ihre Marke rechtlich geschützt werden soll. Bei Waren gibt es, Stand Januar 2017, 34 Schutzklassen, für Dienstleistungen existieren 11. Wird eine Marke innerhalb dieser Schutzklasse gesichert, gilt sie gegenüber nachfolgend eingetragenen Marken als vorrangig.

LAW APOYNT TIPP: Eine Marke wird im Übrigen auch als ein Vermögenswert angesehen. Verschiedene Weltmarken sind mehr wert als die Bilanz des jeweiligen Unternehmens ausweist. Marken lassen sich lizenzieren und damit in Einnahmen verwandeln. Markenrechte sind als Sicherung denkbar. Hinzu kommt die gesteigerte Wahrnehmung und das gehobene Käufervertrauen bei eingetragenen Marken! Aus rein finanzieller Sicht birgt eine Markenanmeldung also kaum Risiken oder Kosten, sondern vermittelt Chancen und Möglichkeiten.

Marke anmelden, lohnt sich und kostet (fast) nichts

Die positiven Effekte einer Markenanmeldung überwiegen deutlich. Ihr Unternehmen erhält Planungssicherheit, Marketingunterstützung und Erfolgsabsicherung. Die Kosten für diese Zugewinne sind mehr als überschaubar. Die Markenrechtsspezialisten von LAW APOYNT haben ein preislich hervorragendes Recherchepaket geschnürt. Sichern Sie sich und Ihr Unternehmen gegen Klagen wegen Markenverstößen – bestenfalls mit unserer Hilfe.

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